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Berliner Morgenpost 10.06.2008:

Kirche will alte Friedhofsbahn einklagen



Die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg will die Wiederinbetriebnahme der alten Friedhofsbahn zwischen dem Bahnhof Berlin-Wannsee und dem Stahnsdorfer Friedhof gerichtlich erzwingen. Dazu reichte die Kirche jetzt Klage vor dem Berliner Landgericht ein.

Die etwa drei Kilometer lange Strecke war vor dem Ersten Weltkrieg eingerichtet worden. Seinerzeit hatte die Kirche der Preußischen Staatseisenbahn die Grundstücke für die Trasse kostenlos überlassen und sämtliche Kosten für den Bau einschließlich der Bahnhöfe übernommen. Im Gegenzug verpflichtete sich die Bahn, die Strecke zu betreiben. Die Verbindung wurde 1961 mit dem Mauerbau unterbrochen und nach dem Mauerfall 1989 nicht wieder aufgenommen.

"Wir haben seit Jahren mit der Bahn Gespräche geführt - ohne Ergebnis", sagt der Rechtsanwalt der Kirche, Florian Lawrens von der Berliner Kanzlei Lieber & Co. Deshalb habe sich die Kirche nun zur Klage entschlossen. Sollte die Bahn aus welchen Gründen auch immer die Strecke nicht wieder betreiben können oder wollen, fordert die Kirche die einst übereigneten Grundstücke zurück. Der Streitwert wird mit einer Million Euro angesetzt.

Nach Auskunft von Lawrens ist die Kirche tatsächlich an einer attraktiven Verbindung interessiert: Die Trasse sei vorhanden und als Bahnstrecke gewidmet, weshalb eine andere Nutzung ausscheide. "Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist ein wichtiger Standortfaktor - auch für einen Friedhof", sagte der Rechtsanwalt.

Fakt ist: Für den Stahnsdorfer Friedhof wird seit Jahren ein Rückgang von Beerdigungen verzeichnet. Sollte dieser Trend anhalten, muß die traditionsreiche Begräbnisstätte womöglich geschlossen werden.

Die Bahn will sich zu der Klage nicht weiter äußern und den Prozeßausgang abwarten.

D.S.

MoPo, 10.6.2008

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