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20.07.2012: pnn

Hauruck-Aktion abgesagt
Personal-Streit um Woges verebbt im Sommerloch
Eine Personalie sorgt in Stahnsdorf derzeit für Unruhe – und das mitten in der parlamentarischen Sommerpause. Die Geschäftsführerin der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Woges), Anja Zander, soll von ihrer Aufgabe entbunden werden. Für Mittwochabend hatte der Vorsitzende der Gemeindevertretung Gerold Maelzer (Bürger für Bürger) deshalb zu einer außerordentlichen Sitzung geladen.
Die fand dann aber nicht statt. „Wir waren mit nur drei Stimmberechtigten nicht beschlussfähig“, so Maelzer. Hinzu kam, dass einige Gemeindevertreter wegen der kurzfristigen Ladung im Vorfeld Bedenken bei der Kommunalaufsicht angemeldet hatten. Grundsätzlich ist eine Ladungsfrist von drei Tagen zwar zulässig, allerdings nur, wenn Gefahr für die Gemeinde im Verzug ist. Das sei hier nicht der Fall gewesen, sagte Claus-Peter Martensen (CDU) den PNN auf Anfrage.
Jetzt soll die Sitzung in der zweiten Augustwoche nachgeholt werden. Über die Gründe für Zanders Abberufung rätseln allerdings einige Gemeindevertreter. Die Bilanz der Woges sei in Ordnung, ein Schaden für die Gemeinde sei unter ihrer Geschäftsführung nicht entstanden, heißt es. Einige vermuten jedoch einen Zusammenhang mit dem Vorstoß der Woges, den Wilmersdorfer Waldfriedhof in Güterfelde zu kaufen und kulturell zu nutzen (PNN berichteten). Woges-Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung hatten ein Veto gegen den Kauf eingelegt.
Der Hintergrund: Noch in diesem Jahr soll der Friedhof stillgelegt werden, das Gelände gehört dem Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Sprecher des dortigen Bezirksamtes, Karl–Heinz Metzger, bestätigte gegenüber den PNN, dass die Woges Interesse an dem Areal gehabt hatte. Das habe sich inzwischen aber zerschlagen.
Fakt ist, der Friedhof liegt auf Stahnsdorfer Gebiet, der Berliner Bezirk benötigt ihn nicht mehr und wird das Grundstück über kurz oder lang abstoßen. Zwar gehört das Friedhofsareal zum Landschaftsschutzgebiet Parforceheide und steht unter Denkmalschutz. Trotzdem fürchtet etwa der Anwohner und Historiker Peter Hahn, dass es Investoren gelingt, das Gelände für ihre Zwecke nutzbar zu machen „Stahnsdorf hat in der Vergangenheit dafür ausreichend Beispiele geliefert“, schreibt er in einem offenen Brief. Gerold Maelzer will deshalb im Herbst einen Antrag zur Sicherung des Geländes einbringen. „Das ist ein Schatz, den wir unbedingt erhalten müssen.“ Weil Stahnsdorf die Personalkosten zur Pflege des 13 Hektar großen Parks nicht selbst übernehmen könne, soll der Betrieb dann öffentlich ausgeschrieben werden. Bei der Woges will man sich zu dem Streit nicht äußern. Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger), der stellvertretend für die Gemeinde alleiniger Gesellschafter der Woges ist, war für eine Stellungnahme ebenfalls nicht zu erreichen.

Ariane Lemme
pnn.de
20.7.2012
http://www.pnn.de/pm/665456/

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