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19.07.2012: pnn

Salz in der Wunde
Stahnsdorfs Bürgermeister übt scharfe Kritik am Gerichtsurteil zur Friedhofsbahn
Stahnsdorf - Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) hat seine Forderung nach Wiederherstellung der 1961 stillgelegten „Friedhofsbahn“ bekräftigt. Er reagierte damit auf das jüngste Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg, mit dem die Reaktivierung der S-Bahn-Linie von Berlin-Wannsee zum 1909 eröffneten Südwestkirchhof in Stahnsdorf wahrscheinlich endgültig begraben wurde (PNN berichteten).
Die Richter wiesen eine Klage der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ab. Die Bundesregierung hatte das Projekt schon im Vorfeld für unwirtschaftlich erklärt. Durch das Urteil werde „Salz in die Wunde der Deutschen Teilung gestreut“, sagte Albers am Mittwoch.
Die Begründung des Gerichts, dass die Verpflichtung der Staatseisenbahn zum Bahnbetrieb mit dem Mauerbau aufgehoben worden sei, mache deutlich, dass die Teilung zwar als überwunden angesehen werde, ihre Narben jedoch noch deutlich zu spüren seien, so Albers. „Es kann nicht sein, dass die DDR heute noch der Bundesrepublik vorschreibt, wo die Bahn zu fahren hat und wo nicht.“ Mit der Verbindung zwischen Wannsee und Stahnsdorf wären laut Albers die Verkehrsprobleme der Region klimafreundlich in den Griff zu bekommen.
Mit dem Mauerbau war die Verbindung getrennt worden, 1975 wurde das Bahnhofsgebäude auf dem Südwestkirchhof gesprengt. Die evangelische Kirche berief sich bei ihrer Klage auf einen Vertrag von 1909, in dem sich die preußische Staatseisenbahnverwaltung verpflichtet hatte, die 4,3 Kilometer lange Bahnlinie zu bauen und zu betreiben. Die Kirche übernahm im Gegenzug die Kosten für den Bau und stellte ihre Grundstücke entlang des Streckenabschnitts zur Verfügung – lastenfrei, wie die Richter anmerkten.
Nach der Wende und der Übernahme des S-Bahn-Betriebs durch die Bahn AG hatte der Bund versprochen, das Netz wieder auf den Stand von 1961 zu bringen und die Kosten dafür zu übernehmen. Für die Friedhofsbahn hatten die Planer allerdings schon damals keinen Bedarf mehr gesehen und die Trasse aus dem Projekt herausgenommen. Politiker der Region Teltow fordern hingegen die zusätzliche S-Bahnanbindung seit Jahren. Mit mittlerweile 60 000 Einwohnern benötige die Region eine bessere Schienenanbindung nach Berlin. Unterstützung haben sie dafür auch vom ADAC.

alm
pnn.de
19.7.2012
http://www.pnn.de/pm/664968/

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